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Calmy-Rey: Minarett-Verbot würde Aussenpolitik schaden

Samstag, 17. Oktober 2009, 9:10 Uhr, Aktualisiert 10:44 Uhr

Stimmen die Schweizer und Schweizerinnen für ein Verbot von Minaretten, wird dies der Schweiz im Ausland schaden. Die Schweiz hätte beispielsweise schlechte Karten, ihren Einfluss bei der Weltbank und beim Internationalen Währungsfonds (IWF) zu halten, warnt Bundesrätin Micheline Calmy-Rey.

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«Es ist unklug, gerade in dem Moment, da über die Neuordnung der Stimmrechtsgruppen verhandelt wird, unsere Partner mit einem Minarett-Verbot vor den Kopf zu stossen», warnte die Aussenministerin in einem Interview mit der «Mittelland Zeitung».

Die Schweiz führe derzeit bei IWF und Weltbank eine Stimmrechtsgruppe mit zentralasiatischen Staaten an. «Dies erlaubt uns, in den Exekutivräten von IWF und Weltbank zu sitzen. Nur leben in den Ländern unserer Gruppe 50 Millionen Muslime», sagte Calmy-Rey.

Zu der von der Schweiz geleiteten Stimmrechtsgruppe gehören Aserbaidschan, Kirgisistan, Polen, Serbien, Tadschikistan, Turkmenistan und Usbekistan.

Auch die Kandidatur von Alt-Bundesrat Joseph Deiss für das Präsidium der UNO-Vollversammlung hätte nach Meinung Calmy-Reys bei einem Ja zur Anti-Minarett-Initiative am 29. November einen schweren Stand. «Dieser Posten wäre eine gute Gelegenheit, der Schweiz international Präsenz zu verschaffen. Bloss sitzen in der Generalversammlung 57 muslimische Länder.»

Auch wirtschaftlich könnte das Exportland Schweiz in Schwierigkeiten geraten, betont die Bundesrätin: «Die muslimischen Länder gehören ebenfalls zu unseren Kunden».

Für den Fall, dass sich das Ausland verstärkt für die Abstimmung interessiert, hat das Schweizer Aussendepartement vorgesorgt. Die Schweizer Botschaften in der muslimischen Welt seien mit entsprechendem Informationsmaterial versorgt worden, sagte Calmy-Rey im Interview weiter.

Im Augenblick herrsche in diesen Ländern Ruhe. Die Initiative stosse in den ausländischen Medien auf beschränktes Interesse. Dies dürfte sich bei einem Ja aber ändern, meint die Aussenministerin.

(sda/widb)

Kommentare aktiv...

D. Carlo, Steffisburg

Verfasst am: 18.10.2009 21:04

S.Peterson

Noch hat Gaddafi die Schweiz nicht aufgeteilt und... mehr

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D. Carlo, Steffisburg

Verfasst am: 18.10.2009 20:55

Aussenpolitik?

Welcher Ausenpolitik sollte das Minaretverbot... mehr

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B. Scheidegger, Bern

Verfasst am: 18.10.2009 13:47

An Tatic

Es geht hier nicht um 2-3m Türmchen,sondern um... mehr

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