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Mehr Beiträge, weniger Leistungen - darum geht's bei der ALV-Revision

Freitag, 3. September 2010, 11:16 Uhr, Aktualisiert 15:38 Uhr

Das Parlament will den Schuldenberg der Arbeitslosenversicherung (ALV) mit einer Revision abbauen. Das Grundprinzip ist einfach: Mehr Einnahmen und weniger Ausgaben. Damit sieht das Sanierungsprogramm auch Leistungskürzungen vor - zu Zeiten höherer Arbeitslosigkeit ein heikles Thema und Anstoss zum Referendum.

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Arbeitslosenquote 1995-2009 Zahl der Arbeitslosen pro Jahr im Verhältnis zu den Erwerbspersonen. Quelle: Staatssekretariat für Wirtschaft Seco

Auf die Revision des Arbeitslosenversicherungsgesetzes (AVIG) hatte sich das Parlament in der diesjährigen Frühjahrssession geeinigt. Gewerkschaften und linke Parteien ergriffen daraufhin das Referendum.

Parlament mit rigoroserem Leistungsabbau

Kernpunkte der Revision sind höhere Einnahmen und tiefere Ausgaben. Bei einem Ja stiegen die Einnahmen um 646 Millionen Franken, während die Ausgaben um 622 Millionen Franken sinken würden.

Argumente von Gegnern und Befürwortern

Darüber, dass die ALV bei einem Schuldenberg von 7 Milliarden Franken saniert werden muss, sind sich linke wie bürgerliche Parteien einig. Die Linken haben aber erhebliche Einwände gegen die geplante ALV-Revision. >mehr...

Auf Seite der Einnahmen beschlossen die Räte eine Beitragserhöhung um 0,2 auf 2,2 Prozent und ein zusätzliches Solidaritätsprozent für Einkommen zwischen 126'000 und 315'000 Franken. Der Bundesrat hätte mehr gewollt. Beim Leistungsabbau ging das Parlament dagegen deutlich weiter als der Bundesrat.

Vor allem Junge werden zur Kasse gebeten

Unter 30-Jährige sollen künftig auch eine Arbeit annehmen müssen, die ihren Qualifikationen und Erfahrungen nicht entspricht. Unter 25-Jährige ohne Unterhaltspflichten sollen nur noch Anspruch auf 200 Taggelder haben, die Hälfte der bisherigen Leistung. Und wer nach dem Studium keine Stelle findet, hätte Anspruch auf höchstens 90 Taggelder.

Bis zu 4 Jahre Arbeitslosengeld

Mit der ALV-Revision soll nur noch so lange Arbeitslosengeld bezogen werden können, wie der Versicherte zuvor Beiträge gezahlt hatte. Dieses System ist in anderen Ländern bereits bekannt. Allerdings kann man anderenorts auch bis zu 4 Jahre Arbeitslosengeld beziehen. Die Schweiz im internationalen Vergleich. >mehr...

Weiter sollen Arbeitslose, die während zwölf Monaten in die Kasse einbezahlt haben, anstelle von bisher 400 nur noch 260 Taggelder erhalten. 400 Taggelder erhielten sie neu erst nach einer Beitragszeit von mindestens 18 Monaten.

Arbeitslose müssen sich länger gedulden

Geschraubt hat das Parlament auch an den Wartefristen. Heute müssen alle Arbeitslosen fünf Tage warten, bis sie Arbeitslosengeld erhalten. Künftig müssten sich Personen ohne Kinder mit einem Einkommen ab 60'000 Franken zwischen 10 und 20 Tagen gedulden.

Bild Blick auf einen Wartesaal von oben. Eine Person sitzt auf einem Stuhl. Zwei weitere Personen gehen gehen an ihr vorbei.
Mit der Revision müssten Arbeitslose bis zu 20 Tage auf Zahlungen warten - heute sind es 5 Tage. keystone

Eine weitere Neuerung betrifft Kantone, die von hoher Arbeitslosigkeit betroffen sind. Sie könnten bei einem Ja zur Revision künftig keine vorübergehende Verlängerung der Taggelder mehr beantragen.

Unabhängig davon, ob die Stimmbevölkerung Ja oder Nein sagt, steigen die Beiträge: Wenn der Ausgleichsfonds die Schuldenobergrenze erreicht, muss der Bundesrat diese gemäss geltendem Gesetz erhöhen. Bei einem Ja steigt der Lohnabzug um 0,2 Prozent, bei einem Nein um 0,5 Prozent - dies wäre eine Übergangslösung bis zu einer erneuten ALV-Revision.

(sda/frua)

Kommentare aktiv...

B. chevalley, Viganello
(bchevalley Mann)
Verfasst am: 25.9.2010 12:25

Sabotierung der Arbeitslosenversicherung und Kostenverschiebung auf die Arbeitslosen.

Die Proponenten der Revision behaupten, die 2,5%... [1]  mehr

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B. chevalley, Viganello
(bchevalley Mann)
Verfasst am: 25.9.2010 12:22

ALV ins Rote sabotiert

Das Defizit der Arbeitlosenversicherung wurde... mehr

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A. S., CH
(alf08 Mann)
Verfasst am: 22.9.2010 23:06

Unternehmerrisiko!

heute ein Fremdwort, da wird der Gewinn auf... mehr

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