Inhalt

Milizorganisationen der Armee sagen Nein

Freitag, 18. Januar 2008, 23:19 Uhr, Aktualisiert 21.02.2008, 17:59 Uhr

«Ja» zur Luftwaffe ohne «Auswüchse»

Die Milizorganisationen der Armee werfen dem Initiativkomitee der Kampfjetlärm-Initiative vor, es gefährde die Einsatzfähigkeit der Schweizer Armee. Initiant Franz Weber widerspricht. Das Volksbegehren sei nicht gegen die Armee gerichtet, sondern alleine gegen die «Auswüchse» der Armee, sagte Weber in Bern.

Ein Kampfjet vom Typ F-18 beim Start.
Als «Lärmterror» bezeichnen die Initiatoren der Kampfjetlärm-Initiative so manchen Trainingsflug der Luftwaffe. (reuters)

Ein «Ja» zur Initiative sei deshalb ein «Ja» zu einer Schweizer Luftwaffe ohne «Lärmterror». Ein «Ja» trage zugleich zur Rettung von Klima und Umwelt bei.

Wegen der Reduktion der Zahl der Militärflugplätze von 15 auf drei in Meiringen BE, Sitten VS und Payerne VD flögen die FA-18 vorwiegend über alpinen Gebieten, sagte Weber. Der gegenwärtige «Lärmterror» zerstöre die Reinheit und Stille der Erholungsgebiete und gefährde damit Hunderttausende von Arbeitsplätzen im Tourismusgewerbe.

Das Nein-Komitee der Milizorganisationen unterstrich dagegen vor den Medien in Zürich den Stellenwert dieser Trainings für die Schweizer Luftwaffe. Die Annahme der Initiative käme einem faktischen Trainingsverbot für die Luftwaffe gleich, sagte der Präsident der schweizerischen Offiziersgesellschaft, Michele Moor.

Für die Luftwaffe sei es wichtig, dass der Ernstfall in der Schweiz trainiert werden könne. Der Schweizer Luftraum sei «topografisch anspruchsvoll und einzigartig», sagte Moor. Trainings im Inland seien darum nicht durch solche im Ausland zu ersetzen.

Für die Initiative hatte Webers Organisation «Helvetia Nostra» gut 113'000 Unterschriften zusammengebracht. Anvisiert ist vor allem der Flugplatz Meiringen. Die dort startenden Jets stören die Ruhe auch beim historischen Hotel Giessbach, das Weber in den Achtzigerjahren mit einer Stiftung gekauft und restauriert hatte.

Michele Moor warf Weber denn vor den Medien auch vor, es gehe ihm nur um seine persönlichen Interessen. Er stelle den Eigennutz über die Interessen des Landes. Weber wies diesen Vorwurf zurück. Es gehe ihm um die allgemeine Sicherung des schweizerischen Tourismus. Die österreichischen Hotelliers hätten ihre Chance schon gepackt: «Ferien ohne Fluglärm in Österreich» laute ihr erfolgreicher Slogan.

(sda/halp)

Kommentare aktiv...
Dieser Artikel wurde archiviert. Die Kommentarmöglichkeit wurde deshalb deaktiviert. Vielen Dank für Ihr Interesse.