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Kampfjetlärm-Initiative droht abzustürzen

Freitag, 8. Februar 2008, 19:25 Uhr, Aktualisiert 21.02.2008, 18:00 Uhr

Laut SRG-Umfrage klare Nein-Mehrheit

Rund zwei Wochen vor der Abstimmung zeichnet sich ab, dass die von der Fondation Franz Weber lancierte Volksinitiative gegen den Kampfjetlärm abgelehnt wird. Entscheidend könnte wieder einmal der «Röstigraben» werden.

Säulengrafik mit 34 % Befürworter und 55 % Gegner.
Zurzeit haben die Gegner der Initiative eine absolute Mehrheit hinter sich. (sf)

Laut SRG-Umfrage wollen nur 34 % der Befragten die Volksinitiative «Gegen Kampfjetlärm in Tourismusgebieten» annehmen. Eine Mehrheit von 55 % lehnt die Vorlage dagegen ab, 11 % sind noch unentschlossen.

Die vom Umweltschützer Franz Weber lancierte Initiative gegen den Kampfjetlärm vermag nur gerade die Anhänger der Grünen voll und ganz zu überzeugen. Diese sagen zu 65 % Ja zu der Vorlage. Bei den Wählern der SP, welche die Vorlage zwar unterstützt, sich aber nicht stark dafür engagiert, will mit 51 % nur eine knappe Mehrheit Ja stimmen.

Auf klare Ablehnung stösst die Vorlage bei den bürgerlichen Parteien. Am deutlichsten fällt mit 76 % das Nein bei den FDP-Sympathisanten aus, gefolgt von der SVP, bei der 71 % Nein sagen. Etwas weniger stark ist die Ablehnung bei den CVP-Anhängern, von denen 58 % ein Nein einlegen wollen.

Obwohl die Kampfjets vor allem über dem Alpenraum fliegen und die Städte kaum von deren Lärm betroffen sind, wird die Vorlage in ländlichen Gebieten stärker abgelehnt als in städtischen. Während auf dem Land zwei von drei Befragten Nein stimmen wollen, zeichnet sich in den Städten eine knappe Mehrheit für die Befürworter ab.

Bei der Abstimmung über die Kampjetlärm-Initiative zeichnet sich neben dem Stadt-Land-Unterschied ein kleiner «Röstigraben» ab. Während die Vorlage westlich der Saane und südlich des Gotthards knapp zustimmende oder nur leicht ablehnende Mehrheiten findet, sind die Deutschschweizer mit 61 % Nein-Anteil eindeutig dagegen.

Von den Argumenten des Nein-Komitees vermag vor allem die Feststellung zu punkten, dass Übungsflüge nicht im Ausland stattfinden können und deshalb über den Alpen nötig sind. Der Einwand, im Falle einer Annahme der Initiative sei die Sicherheit der Schweiz in Gefahr, konnte die Befragten nicht überzeugen.

Am meisten Zustimmung erntet das Initiativ-Komitee mit der Forderung nach einem besseren Schutz der Anwohner und Anwohnerinnen vor dem Fluglärm. Nur gerade 37 % aller Befragten können sich hingegen einverstanden erklären, dass der Lärm der Kampfjets den Tourismusgebieten schadet.

Nach dem heissen Wahlherbst und der SVP-Oppositions-Erklärung vermag die Rückkehr zum politischen Tagesgeschäft das Stimmvolk nicht recht zu packen. Nur 41 % gaben an, sicher an den Abstimmungen teilzunehmen. Dieser Wert liegt unterhalb des langjährigen Mittels. Auf Interesse stossen die Vorlagen vor allem bei FDP- und SP-Wählern.

Die Umfrage im Auftrag der SRG SSR idee suisse wurde zwischen dem 28.Januar und dem 2.Februar durchgeführt und vom Institut gfs.bern erstellt. Befragt wurden 1202 repräsentativ ausgewählte Personen. Der statistische Fehler bei der gesamten Stichprobengrösse beträgt +/- 2,9 %.

(sf / Nick Wenger)