Archiv
Breite Unterstützung für Komplementärmedizin
«Ja-Komitee» macht mobil für günstige Heilmethoden
Komplementärmedizin soll als sinnvolle Ergänzung zur Schulmedizin in der Verfassung verankert werden. Dies forderte das Ja-Komitee «Zukunft mit Komplementärmedizin» gut 50 Tage vor der Volksabstimmung in Bern.
Navigation
Artikel zu dieser Vorlage
- Alle Stände sagen Ja
- Kommentatoren sind sich einig
- Gegner und Befürworter nicht überrascht
- Pro und Kontra zur Komplementärmedizin
- Weiter klares Ja für Komplementärmedizin
- «Nein» zu alternativen Heilmethoden
- Couchepins laues Ja zur Komplementärmedizin
- Klares Votum für die Komplementärmedizin
- Komplementärmedizin-Initiative zurückgezogen
- Volk befindet über Komplementärmedizin
- Ja zur Komplementärmedizin
- alle Artikel
Artikel bewerten
Artikel teilen
Damit könnten auch Kosten gespart werden, sagte Ständerätin Simonetta Sommaruga (SP/BE). Mit dem direkten Gegenvorschlag zur Volksinitiative «Ja zur Komplementärmedizin» soll in der Verfassung verankert werden, dass Bund und Kantone im Rahmen ihrer Zuständigkeiten komplementärmedizinische Methoden berücksichtigen müssen.
«Es geht uns nicht darum, Schul- gegen Komplementärmedizin auszuspielen», sagte der Solothurner FDP-Ständerat Rolf Büttiker. Beide hätten Stärken und Schwächen und durch ihre Kombination stiegen die Behandlungserfolge. Die Rahmenbedingungen dafür seien in den vergangenen Jahren durch Entscheide von Gesundheitsminister Pascal Couchepin, dem Bundesrat und Swissmedic laufend verschlechtert worden.
Um dies in Zukunft zu verhindern und die Rechtssicherheit zu erhöhen, brauche es einen Verfassungsartikel. Gleichzeitig müsse der Handlungsspielraum des Parlaments erhalten bleiben. Dies sei der Unterschied zur inzwischen zurückgezogenen Volksinitiative, die eine «umfassende» Berücksichtigung der Komplementärmedizin forderte.
Büttikers Ratskollegin Sommaruga sieht in der Vorlage auch Sparpotenzial fürs Gesundheitswesen. Teure schulmedizinische Behandlungen könnten wieder durch günstigere komplementärmedizinische ersetzt werden. Für nichtärztliche Therapeuten gebe es zudem keine Änderungen. Diese müssten weiterhin über die Zusatzversicherung abrechnen.
Kosten entstehen laut Sommaruga einzig in der Ausbildung von Ärzten, wo elf neue Professuren gefordert würden. Es sei aber erklärtes Ziel, dafür Drittmittel zu generieren. Sommaruga kritisierte, dass mit dem heutigen System besonders kranke und ältere Menschen, die keine Aufnahme in eine Zusatzversicherung fänden, von der Komplementärmedizin ausgeschlossen würden.
«Besonders gravierend ist die Situation für Kinder mit einem Geburtsgebrechen», fügte die Berner Sozialdemokratin an. Das Bundesamt für Sozialversicherung (BSV) habe am 1. November 2005 mitgeteilt, dass die Kosten der Komplementärmedizin in der Invalidenversicherung nicht mehr zu vergüten seien. «Obwohl bekannt ist, dass diese Methoden gerade im Bereich von schweren und chronischen Krankheiten besonders erfolgreich sind», wie Sommaruga sagte.
Angesichts der breiten Unterstützung für die Vorlage hofft Büttiker im Hinblick auf die Abstimmung vom kommenden 17. Mai, «dass noch ernsthafte Gegner auftauchen». Ansonsten könne mit niemandem die Klinge gekreuzt werden. Für Politiker sei es aber wenig attraktiv, gegen die im Volk beliebte Komplementärmedizin anzutreten. m Komitee machen 36 von 46 Ständeräten und rund 100 von 200 Nationalräten mit.
(sda/olsm)
Meldungen im Tagesverlauf
- Facebook-Chef will richtig «Kasse machen»
- Nach Wahlschlappe: Röttgen tritt zurück
- John Travolta: Masseur zieht Sex-Klage zurück
- England mit Terry, ohne Ferdinand
- Arbeitshölle Callcenter: Swisscom profitiert
- Nach Indiskretion im Fall Schneider-Ammann: Strafanzeige eingereicht
- Schilderungen von Gräueltaten prallen an Mladic ab
- Umfrage sieht Linksallianz vorne
- Whitney Houston wird posthum geehrt
- Federer gewinnt Premiere gegen Berlocq
- Chronik des Massakers von Srebrenica
- Boonen verzichtet auf Tour de France
- Strafanzeige gegen Unbekannt im Fall Gripen
- Bundesrat will nicht vom Volk gewählt werden
- Carlos Fuentes ist tot: Mexikos Literat mit Weltformat
- Luxusgüter gefragt: Richemont steigert Gewinn











