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Ja-Tendenz für IV-Revision

Mittwoch, 6. Juni 2007, 18:00 Uhr, Aktualisiert 08.06.2007, 10:47 Uhr

Interesse der Stimmbevölkerung geweckt

Die Diskussion um die 5. IV-Revision, über die am 17. Juni abgestimmt wird, hat das Interesse der Stimmbevölkerung doch noch geweckt. Wäre letzte Woche über die Revision abgestimmt worden, wären laut SRG-Umfrage 44 Prozent der Stimmberechtigten an die Urne gegangen. Davon befürworten 44 Prozent die Revision und 34 Prozent lehnen sie ab.

Grafik
Das Verhältnis zwischen Befürwortern und Gegner ist fast gleich wie vor vier Wochen. (sf)

Das Interesse der Stimmbürgerinnen und Stimmbürger an der 5. IV-Revision hat klar zugenommen. Vor einem Monat wollten nur 30 Prozent der Stimmbevölkerung zur Abstimmung gehen. Das Verhältnis zwischen Befürwortern und Gegnern der Vorlage hat sich in dem Monat aber kaum geändert.

Der Anteil der Unentschlossenen ist immer noch erstaunlich hoch. Er hat im Vergleich zur ersten Umfrage vor vier Wochen lediglich von 25 auf 22 Prozent abgenommen. Dazu kommt, dass 31 Prozent der Stimmberechtigten in ihrer Entscheidung noch unsicher sind.

Dies zeigt, dass die Meinungsbildung zwar fortgeschritten, aber noch nicht abgeschlossen ist. Aus diesem Grund ist laut dem Forschungsinstitut gfs.bern der Ausgang der Abstimmung noch unsicher. Ein Ja ist aber wahrscheinlicher als ein Nein, obwohl die Befürworter keine absolute Mehrheit erreichen.

Nicht nur das Interesse der Stimmbevölkerung an der Vorlage wächst, auch die Tendenzen werden klarer. Einerseits nimmt die Geschlossenheit des bürgerlichen Lagers auf der Ja-Seite zu, andererseits werden die parteipolitisch ungebundenen Bürgerinnen und Bürger immer skeptischer.

FDP- und SVP-Wählerinnen und Wähler sind klar für die Vorlage, während die SP-Basis gegen die Revision ist. Die CVP-Wählerinnen und Wähler, die vor vier Wochen noch gespalten waren, haben sich auf die Ja-Seite bewegt.

Neben den parteipolitischen Unterschieden lassen sich auch sozio-ökonomische und sozio-demographische Unterschiede feststellen.

Männer, Rentner und die höchsten Einkommensschichten befürworten die Vorlage, während Frauen, tiefste Bildungs- und Einkommensschichten und Menschen im mittleren Alter die Revision ablehnen.

Beide Seiten haben populäre Argumente in der Diskussion um die 5. IV-Revision: Für die Ja-Seite ist die Revision für die Sanierung der IV notwendig, die Nein-Seite ist der Ansicht, dass die Vorlage von den Arbeitgebern zu wenig verlangt.

Das Argument der Nein-Seite verliert aber an Kraft, weil auch Stimmberechtigte aus dem bürgerlichen Lager unsicher sind, ob die Revision genug von den Arbeitgebern verlangt.

Bei dieser Frage liegt die grösste Unsicherheit der Stimmberechtigten. Laut gfs.bern hat es die Opposition bisher verpasst, die Vorlage zu einer Abstimmung über Arbeitgeber zu machen.

Die Umfrage im Auftrag der SRG SSR idée suisse wurde zwischen dem 28. Mai und dem 2. Juni durchgeführt und vom Institut gfs.bern erstellt. Befragt wurden 1219 repräsentativ ausgewählte Personen. Der statistische Fehler bei der gesamten Stichprobengrösse beträgt plus/minus 2,8 Prozent.

(gfs.bern/sf/sprm)