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SRG-Umfrage: Initiative «Stopp Zweitwohnungsbau» mit viel Sympathie gestartet

Freitag, 3. Februar 2012, 17:00 Uhr, Aktualisiert 18:58 Uhr

Die Befürworter der Initiative «Schluss mit uferlosem Bau von Zweitwohnungen» gehen mit einem beachtlichen Vorsprung in den Abstimmungskampf. Laut SRG-Umfrage wollen 61 Prozent der Volksinitiative zustimmen. Allerdings ist das Rennen noch nicht gelaufen.

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Initiative «Stopp Zweitwohnungsbau» Stimmabsichten in Prozent der Stimmberechtigten, die teilnehmen wollen. Quelle: gfs.bern

Die erste Umfrage zur Initiative von Franz Webers Naturschutzorganisation zeigt, dass eine absolute Mehrheit von 61 Prozent sich für das Anliegen ausspricht. Lediglich 27 Prozent sind dagegen. 12 Prozent der Befragten wollen zwar an die Urne gehen, wissen aber noch nicht, was sie stimmen wollen.

Meinungsbildung ist noch nicht abgeschlossen

Claude Longchamp, Politikwissenschaftler und Leiter der Studie, weist darauf hin, dass Volksinitiativen im Allgemeinen oft mit Vorsprung in den Abstimmungskampf starten. Wichtig sei, wie sich die Meinungsbildung während der Kampagne zum Zweitwohnungsbau entwickle. «Meistens  holen die Gegner auf», sagt Longchamp.

Parteipolitisch betrachtet polarisiert die Initiative zwischen ökologisch und ökonomisch ausgerichteten Parteien. So gibt es hohe Zustimmung im rot-grünen Lager. Aber auch die Parteianhänger von CVP und SVP sprechen sich zurzeit mehrheitlich für die Initiative aus. Bei der Basis der FDP halten sich Befürworter und Gegner fast die Waage.

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Initiative «Stopp Zweitwohnungsbau»: Stimmabsichten nach Parteibindungen in Prozent der Stimmberechtigten, die teilnehmen wollen. Quelle: gfs.bern

Das Volk habe erkannt, dass es bei der Vorlage um einen Zielkonflikt gehe, nämlich zwischen Wirtschaftsinteressen und Landschaftsschutz, erklärt Longchamp. «Das Spannendste bei der Analyse war, dass sehr konservativ eingestellte Personen nicht auf der Seite der Wirtschaft sind, sondern auf der Seite des Umweltschutzes.» 

Claude Longchamps Interpretation der Umfrage-Ergebnisse

In Bezug auf die Sprachregionen gibt es keine wesentlichen Unterschiede. Das gilt auch für die Siedlungsart, nicht zuletzt, weil das Begehren auch auf dem Land Sukkurs hat.

Auch die Stimmabsichten nach Gemeinden, die von der Volksinitiative wegen des Anteils an Zweitwohnungen betroffen sind, führt nicht zu einer statistisch signifikanten Unterscheidung. In den betroffenen Gemeinden würden gegenwärtig 48 Prozent dafür votieren; 40 Prozent dagegen.

Die Eckwerte der SRG-Umfrage

Durchgeführt wurde die Umfrage im Auftrag der SRG SSR vom Forschungsinstitut gfs.bern zwischen dem 23. und 28. Januar 2012. Befragt wurden 1208 Personen mit Wohnsitz in der Schweiz. mehr

Populäre Argumente des Nein-Lagers

Im Argumente-Test können vor allem die Befürworter der Initiative mit dem Bild der «kalten Betten» punkten. 85 Prozent der Befragten teilen die Auffassung, Regionen mit ausgeprägtem Zweitwohnungsbau seien in der Zwischensaison eigentliche Geisterstädte, deren ausgebaute Infrastruktur zu wenig intensiv genutzt werde.

An zweiter Stelle folgt mit 84 Prozent Zustimmung, dass die überhöhten Immobilienpreise die einheimische Bevölkerung verdrängen würden. Schliesslich sind 77 Prozent der Auffassung, der ungebremste Wohnungsbau zerstöre mit seiner Zersiedelungstendenz das Landschaftsbild.

Gegnerische Argumente ohne Wirkung

Die Nein-Seite kann nur teilweise mit ihren Argumenten überzeugen. 53 Prozent sind der Meinung, eine generelle Beschränkung des Zweitwohnungsbaus auf 20 Prozent pro Gemeinde trage den unterschiedlichen Verhältnissen in der Schweiz nicht Rechnung.

Die beiden anderen getesteten Argumente sind dagegen nicht mehrheitsfähig. Das betrifft vor allem den Einwand, die Initiative schade den Tourismusgebieten. 51 Prozent widersprechen dem, nur 43 Prozent sind zustimmend. Beim Argument, man sei mit dem neuen Raumplanungsgesetz dem Anliegen der Initianten bereits genügend entgegen gekommen, hat keine Seite eine Mehrheit. 33 Prozent, so viele wie in keiner anderen Frage, konnten sich hierzu nicht festlegen.

(sf/schj)

Kommentare aktiv...

R. Hardy, Coolangatta
(wombat Mann)
Verfasst am: 22.2.2012 0:23

Heisst das

dass ich mir keine Wohnung kaufen kann in der... mehr

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G. Mickey Maus, Mausstadt
(MM2 Mann)
Verfasst am: 18.2.2012 2:22

Kantone?

Schafft endlich diese Krämnisuerei ab! Wir sind... mehr

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R. Weiss, Luzern
(remoweiss Mann)
Verfasst am: 14.2.2012 17:52

Super Initiative

Endlich mal eine schlaue Initiative. In den... mehr

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